Gelegenheit für Gentechnikverbot nutzen

Alois Aigner an Agrarministerin: "Schnell handeln"

Dingolfing/Landau. Nach der sensationellen Meldung, wonach die Gentechnikverbote in anderen EU-Ländern aufrechterhalten werden, drängt die ödp jetzt auf mehr Tempo für ein deutsches Gentechnikverbot. Deren Bundestagskandidat Alois Aigner fordert jetzt in einem Brief an die gleichnamige Agrarministerin schnelle Schritte für ein Anbauverbot.

Während bei uns viele Landwirte und Bürger immer noch für gentechnikfreie Regionen bzw. für Anbauverbote kämpfen müssen, haben andere EU-Länder seit Jahren ein Verbot ausgesprochen. Für Österreich und Ungarn wollte die EU-Kommission dieses jetzt kippen. Auch mit den Stimmen Deutschlands entschieden jetzt die EU-Umweltminister aber für ein Weiterbestehen des Anbauverbots. Zustande gekommen war dies auch mit einem erheblich Druck von Seiten der Bevölkerung. So berichtet beispielsweise eine Internetplattform von weit mehr als 10.000 Protestmails an die Bundesregierung nachdem man dort einen Aktionsaufruf gestartet habe. Das mache Mut, auch im Landkreis weiter für eine GVO-freie Region zu kämpfen, so die ödp Verantwortlichen, die dieses Thema im übrigen seit Jahren auf der Tagesordnung haben. "Warum gibt es noch kein Anbauverbot bei uns", so deren Bundestagskandidat Alois Aigner in einem Brief an Agrarministerin Aigner. Dort drängt er jetzt auf schnelles Handeln. Gerade der Anbau von gentechnisch verändertem Mais habe aus seiner Sicht keinerlei erkennbaren Nutzen. Die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Bayern lasse einen Anbau ebenso wenig zu wie die empfindlichen Naturräume im Freistaat und bringe zudem die Landwirte in neue Abhängigkeiten, so Aigner zur Begründung. Weiter verweist er auf viele Vorbehalte der Bevölkerung gegen Gentechnik in der Landwirtschaft. Gerade in Bayern formiere sich mit der Initiative "Zivilcourage" ein breiter Widerstand aus Bauern und Verbrauchern gegen diese Technik. Vor diesem Hintergrund sei es unverständlich, warum in Sachen Anbauverbot in unserem Land nichts vorwärts gehe. Viele EU-Mitgliedsländer hätten sich bisher gegen GVO-Anbau ausgesprochen und dies mit Verboten unterlegt. Diesen Weg sollten wir auch in Deutschland einschlagen", argumentiert Aigner in seinem Brief. "Anders als Ihr Vorgänger Seehofer, der das Aussaatverbot für den Genmais MON810 im letzten Jahr zwar publikumswirksam angekündigt es dann aber leider erst nach dem Aussaattermin erlassen hatte, wäre es sinnvoll, wenn Sie heuer nicht erneut so lange prüfen würden, bis die Gensaat wieder im Boden ist", so Aigner in dem Brief in Anspielung auf die bisherigen "wachsweichen" Ankündigung der CSU-Ministerin. Er befürchtet nämlich, dass die CSU jetzt vor der Europawahl aus Angst vor Stimmenverlusten zwar von Ankündigung zu Ankündigung eile, sich in Wirklichkeit aber nichts bewege. Insofern unterscheide sie sich nicht von ihrem populistischen Vorgänger Seehofer, der dieses Spiel –unterstützt von der FDP- jetzt als bayerischer Ministerpräsident weiter betreibe. Die ödp kündigt für diesen Fall weiteren massiven Widerstand an.


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